Archive for the ‘Meta-Analyse’ tag
Konferenzaktivitäten März/April 2010: Meta-Analysis, Bayes & MCMC, Prekäre Beschäftigungsverhältnisse & Kinderwunsch
Nachdem der aktive Teil des Semester (im Umfang von 8 SWS) vorbei ist, soll nun wieder die Forschung in den Vordergrund treten und es gilt, den Besuch einiger Konferenzen und Workshops vorzubereiten. Und nachdem ich (beziehungsweise ich als Koautor) während des laufenden Semesterbetriebs noch drei Artikel beendet bzw. eingereicht habe, können auch noch ein paar neue Forschungsergebnisse präsentiert werden.
Prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Partnerschaftsqualität und der aktuelle Kinderwunsch
Evaluationergebnisse meiner Lehrveranstaltungen im WS08/09 und SS09
Blogs von Wissenschaftlern können unter anderem den Zweck verfolgen, etwas mehr Transparenz in das Wissenschaftsgeschäft im Allgemeinen und das universitäre Leben im Besonderen zu bringen. Dazu gehört auch die Lehre und eine sehr kurze Recherche zeigt, dass sich noch nicht besonders viele Lehrende in den Wissenschaften kritisch mit ihrer eigenen Lehre auseinander gesetzt haben — sollte ich falsch liegen, so wäre ich natürlich über entsprechende Hinweise mehr als erfreut. Beginnen möchte ich an dieser Stelle mit dem öffentlichen Wissenschaftler per se, nämlich Christian Spannagel. Als öffentlicher Wissenschaftler reflektiert er (natürlich…) über das Aktive[..] Plenum: Feedback der Studierenden (hier Teil II). Vor kurzem (vorgestern) bin ich dann wieder auf orderfromnoise Aufmerksam geworden, wo sich Jan-Hendrik Passoth fragt, “Was tun mit Evaluationen?“. Dass Lehrevaluationen allein noch nicht für bessere Studienbedingungen sorgen, wird auf dem Academics.Blog unter der Überschrift “Macht der Blick in den Spiegel wirklich schöner?” thematisiert. Kritische Gedanken zu “Die Schwierigkeit der Lehrevaluation” finden sich auch bei Gabi Reinmann. Mir geht es in diesem Beitrag aber gar nicht darum, Lehrevaluationen zu hinterfragen. Ich setzte (zumindest teilweise) ihre Sinnhaftigkeit voraus und möchte im Folgenden über die Evaluation meiner eigenen Veranstaltungen reflektieren und, in gewisser Weise, Studierenden eine Entscheidungsgrundlage bieten, sich möglicherweise für eine meiner Veranstaltungen zu entscheiden.
Potentiale und Probleme von Meta-Analysen in der Soziologie
Der Titel dieses Posts ist auch der Titel eines Beitrags von Michael Wagner und mir, der demnächst in der Zeitschrift “Sozialer Fortschritt” erscheint (Ausgabe 10/11 ist ein Sonderheft zum Thema “Meta-Analyse” bzw. Forschungsreviews/-synthese). Worum geht es in dem Aufsatz?
“In diesem Beitrag werden Möglichkeiten und Probleme der Anwendung von Meta-Analysen in der Soziologie diskutiert. Während in anderen Fächern Meta-Analysen weit verbreitet sind, ist vor allem die deutschsprachige Soziologie noch weit davon entfernt, diese regelmäßig einzusetzen. Es wird eine einfache Systematik von Meta-Analysen eingeführt, mit der sich disziplinäre Unterschiede gut beschreiben lassen. Anschließend wird dargestellt, dass Meta-Analysen zur Lösung von vier prototypischen Forschungsproblemen beitragen: (1) Beschreibung und (2) Exploration eines Forschungsfeldes, (3) empirische Überprüfung von Hypothesen und (4) Evaluation von Maßnahmen. Der Beitrag endet mit einer Darstellung von typischen Problemen, wie sie sich bei der Anwendung von Meta-Analysen in der Soziologie ergeben” (250).
Impressionen aus Vancouver vom 8. C2 Colloquium
Während Deutschland einen Schön-Wetterrekord nach dem anderen ausruft, befinde ich mich gerade im nassen und eher kühlen Vancouver, um am “8th Annual International Campbell Collaboration Colloquium” teilzunehmen. Das Motto der Veranstaltung lautet “Speaking Truth to Power: Evidence for Decisions in Education, Social Welfare, and Criminal Justice”. Es geht also im weitesten Sinne darum, soziale und politische Maßnahmen auf eine empirische Basis zu stellen — im Sinne von Evidence Based Practice (was man nicht immer gut heißen muss).
Nachrichten von der eigenen Forschungsfront
Der letzte sinnvolle Beitrag liegt nun bereits etwas zurück und es wird Zeit, wieder etwas Substanz in dieses Weblog zu bringen. Nachfolgend einige Bemerkungen zu dem, was ich in den letzten Monaten bearbeitet habe und was geplant ist.
Meta-Analyse als Verfahren der Forschungssynthese in der Soziologie. Dargestellt anhand zweier Fallbeispiele zum Schulabsentismus
Die Fertigstellung meiner Promotionsschrift “Meta-Analyse als Verfahren der Forschungssynthese in der Soziologie. Dargestellt anhand zweier Fallbeispiele zum Schulabsentismus” habe ich bereits Anfang Dezember 2007 verkündet. Mittlerweile habe ich auch die Disputation erfolgreich abgeschlossen und muss nun meine Arbeit (in welcher Weise auch immer) veröffentlichen. Die Arbeit versucht vor allem methodische Fragestellungen zu beantworten. In diesem Zusammenhang lassen sich vor allem drei Aufgaben nennen: (1) Durchführung einer Meta-Analyse auf Grundlage von Individualdatensätzen. (2) Der Frage nachgehen, wie stark sich die Ergebnisse einer auf Individualdaten sowie einer auf Aggregatdaten basierenden Meta-Analyse unterscheiden. (3) Die beispielhafte Anwendung einer vor allem von Sutton et al. (2007) vorgeschlagenen Technik, welche die simultane Verarbeitung von Befundinformationen auf Individual- und Aggregatdatenebene ermöglicht.
Publication bias in Forschungsreviews
Ein häufig mit Forschungsreviews (speziell mit Meta-Analysen) in Zusammenhang gebrachtes Problem betrifft bestimmte Formen der Selektivität in der Publikationspraxis. Es ist bekannt, dass einerseits von Seiten der Autoren die Neigung besteht, insignifikante Resultate eher nicht zu publizieren (sondern in der Schublade verschwinden zu lassen: file-drawer-Problematik) und andererseits diese Neigung von Seiten der Herausgeber und Lektoren in der Weise ‘gefördert’ wird, dass bevorzugt hypothesenbestätigende und signifikante Studienbefunde herausgegeben werden. Dieses Phänomen wird auch als publication bias bezeichnet .
Meta-Analyse mit ML-Schätzer in R
Falls mal jemand einen ML basierten Schätzer für eine Meta-Analyse in R benötigt, ist MiMa (An S-Plus/R Function to fit Meta-Analytic Mixed-, Random-, and Fixed-Effects Models) von Wolfgang Viechtbauer einen Blick wert.
Ein Beispiel wie MiMa funktioniert habe ich vor kurzem auf der r-help-list gegeben:


