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Potentiale und Probleme von Meta-Analysen in der Soziologie
Der Titel dieses Posts ist auch der Titel eines Beitrags von Michael Wagner und mir, der demnächst in der Zeitschrift “Sozialer Fortschritt” erscheint (Ausgabe 10/11 ist ein Sonderheft zum Thema “Meta-Analyse” bzw. Forschungsreviews/-synthese). Worum geht es in dem Aufsatz?
“In diesem Beitrag werden Möglichkeiten und Probleme der Anwendung von Meta-Analysen in der Soziologie diskutiert. Während in anderen Fächern Meta-Analysen weit verbreitet sind, ist vor allem die deutschsprachige Soziologie noch weit davon entfernt, diese regelmäßig einzusetzen. Es wird eine einfache Systematik von Meta-Analysen eingeführt, mit der sich disziplinäre Unterschiede gut beschreiben lassen. Anschließend wird dargestellt, dass Meta-Analysen zur Lösung von vier prototypischen Forschungsproblemen beitragen: (1) Beschreibung und (2) Exploration eines Forschungsfeldes, (3) empirische Überprüfung von Hypothesen und (4) Evaluation von Maßnahmen. Der Beitrag endet mit einer Darstellung von typischen Problemen, wie sie sich bei der Anwendung von Meta-Analysen in der Soziologie ergeben” (250).
Lässt sich das Ausmaß soziologischer Wissensproduktion quantifizieren?
Die Beschäftigung mit (quantitativen) Forschungssynthesen (Stichwort Meta-Analyse) bringt es mit sich, dass ein (fast) automatisches Interesse am Ausmaß der fachdisziplinären Wissensproduktion besteht; schließlich soll der Einsatz der Forschungssynthese gerechtfertigt werden. So schreiben Wagner und Weiß (2006) etwa:
“Der wohl wichtigste Grund für die rasche Entwicklung dieses Forschungsfelds ist die in zahlreichen Disziplinen beobachtbare rasante Expansion der empirischen Forschung, was einige auch als „increasingly chaotic output of contemporary research“ (Hunt 1997: 1) bezeichnen. Selbst Experten eines Forschungsgebiets überblicken nicht mehr den Stand der Forschung. Diese Wissensexplosion ist in der Medizin besonders augenfällig: Heitmann (2001: 41) spricht von über 25000 biomedizinischen Zeitschriften, in denen weltweit jährlich über zwei Millionen Artikel erscheinen.”

