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	<title>blog.berndweiss.net &#187; Bibliometrie</title>
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	<description>Unter anderem mit diesen Themen: Quantitative Soziologie, Statistik, R &#38; LaTeX</description>
	<lastBuildDate>Sun, 29 Aug 2010 14:28:54 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Die Glaubwürdigkeit von Blogs nach Nutzer- und Motivgruppen</title>
		<link>http://blog.berndweiss.net/2008/09/26/die-glaubwurdigkeit-von-blogs-nach-nutzer-und-motivgruppen/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Sep 2008 20:06:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Weiss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogometrie]]></category>
		<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein Religionswissenschaftler wirft die Glaubens-, äh, Glaubwürdigkeitsfrage auf Wer sonst als ein Religionswissenschaftler &#8212; nämlich Michael Blume &#8211;, hätte die Debatte um die Glaubwürdigkeit von Blogs anstoßen können. In der ARD/ZDF-Online-Studie 2008 wurden Leser wie auch Blogger befragt und diese kommen mehrheitlich zu dem Schluss, dass die auf Weblogs verbreiteten Informationen nicht glaubwürdig sind. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein Religionswissenschaftler wirft die Glaubens-, äh, Glaubwürdigkeitsfrage auf</strong></p>
<p>Wer sonst als ein Religionswissenschaftler &#8212; nämlich <a href="http://www.blume-religionswissenschaft.de/">Michael Blume</a> &#8211;, hätte die <a href="http://religionswissenschaft.twoday.net/stories/5212614/" target="_blank">Debatte um die Glaubwürdigkeit von Blogs</a> anstoßen können. In der ARD/ZDF-Online-Studie 2008 wurden Leser wie auch Blogger befragt und diese kommen mehrheitlich zu dem Schluss, dass die auf Weblogs verbreiteten Informationen nicht glaubwürdig sind. In dem Beitrag &#8220;<a href="http://www.zahlengesellschaft.de/2008/09/25/ardzdf-online-studie-2008-kurz-angewarmt/" target="_blank">ARD/ZDF-Online-Studie 2008 kurz angewärmt</a>&#8221; habe ich die Frage aufgeworfen, ob auch Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blogs ein Glaubwürdigkeitsproblem haben. Kurz: Wie sinnvoll ist die Annahme, Blogs aller Colour hätten in gleichem Ausmaß Schwierigkeiten damit, ihre Inhalte glaubwürdig an die Frau oder den Mann zu bringen?</p>
<p><span id="more-317"></span></p>
<p><a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/09/26/blogs-ueber-massen-qualitaeten-und-glaubwuerdigkeiten/" target="_blank">Robert Basic</a> hält bereits die Frage für falsch und schreibt <span style="text-decoration: line-through;">&#8211; mit Blick auf Strickblogs &#8211;</span> dazu: &#8220;Die Beurteilung aber von privaten Gesprächen auf Bogs hinsichtlich Qualität und Glaubwürdigkeit ist schlichtweg Bullshit und im höchsten Maße derespektiertlich gegenüber einer Person.&#8221; Kann man so sehen, insbesondere für Fach-/Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blogs sollten jedoch strengere Kriterien gelten. Was Basic ähnlich sieht: &#8220;Davon zu trennen sind die Minderheit der Blogs, die sich thematisch und idealtypisch mit einem einzigen Thema auf ihrem Blog auseinandersetzen. Fachblogs eben, die sehr viel stärker auf die Sachebene abheben und denen es um die Vermittlung von Sachinformationen geht.&#8221;</p>
<p><strong>Ausmaß der Glaubwürdigkeit von Blogs nach Nutzergruppen</strong></p>
<p>Als Empiriker möchte ich natürlich Daten haben, die Licht ins unglaubwürdige Dunkel bringen. Auf die Originaldaten der ARD/ZDF-Studie habe ich leider keinen Zugriff, wohl aber auf die Daten der von Jan Schmidt durchgeführten <a href="www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/wieichblogge2005/" target="_blank">&#8220;Wie-ich-blogge&#8221;-Studie (WIB)</a>. In dieser Untersuchung findet sich folgende Aussage: &#8220;Weblogs werden niemals so glaubwürdig wie die klassischen Massenmedien sein.&#8221; Dieses Item lässt zwar keine Erkenntnisse über Glaubwürdigkeit an sich zu (was mag das auch sein?), sondern stellt diese in Relation zu &#8220;klassischen Massenmedien&#8221;. Die Antwortmöglichkeiten reichen von 1 („Stimme voll und ganz zu“) bis 5 („Stimme überhaupt nicht zu“). Hohe Werte bedeuten, dass die Befragten Blogs eine hohe Glaubwürdigkeit gegenüber den klassischen Massenmedien einräumen.</p>
<p>Schmidt/Wilbers (2006: 23) berichten einen Gesamtmitteltwert von 3,11, was der Antwortkategorie &#8220;teils-teils&#8221; entspricht. Darüber hinaus stellen sie auch nach Gruppen (Blogger, Ex-Blogger, nur Leser) getrennte Mittelwerte dar, die zwischen 2,88 und 3,13 liegen. Ex-Blogger (2,88) beurteilen die Glaubwürdigkeit von Blogs etwas geringer als noch aktive Blogger (3,13). Die Gruppe der Nur-Leser liegt mit einem Mittelwert von 3,02 dazwischen. Nachfolgende Abbildung unterscheidet noch zwischen Bloggern mit einem und mehreren Blogs.[1] Es wird deutlich, dass &#8220;Multi-Blogger&#8221; am &#8220;gläubigsten&#8221; sind. Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind nicht dramatisch groß (die Standardabweichung liegt immerhin bei 1.23 Skalenpunkten), doch man kann sich natürlich fragen, weshalb gerade Ex-Blogger den niedrigsten Wert haben? Sind demgegenüber Befragte mit mehreren Blogs von diesen besonders überzeugt und billigen ihnen daher eine höhere Glaubwürdigkeit zu? (das sind rhetorische Fragen, natürlich kann ich mir ein paar Antworten vorstellen)</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglauben1.jpeg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-335" title="figglauben1" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglauben1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><strong>Haben auch Fach-/Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blogs ein Glaubwürdigkeitsproblem?</strong></p>
<p>Nun ist aber immer noch unklar, in welchem Ausmaß das &#8220;Glaubwürdigkeitsproblem&#8221; auch die Fach-/Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blogs betrifft (FWW-Blogs). Wie oben angedeutet, erscheint es doch plausibler, unterschiedlichen Blogformen jeweils ein unterschiedlichen Ausmaß an Glaubwürdigkeit zuzubilligen. Es ist hoffentlich nicht allzu despektierlich, wenn ich beispielsweise &#8220;MC Winkels weblog&#8221; hinsichtlich der Glaubwürdigkeit hinter den ScienceBlogs einordne.  Leider lassen sich mit den WIB-Daten keine Fach-/Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blogs identifizieren. Es wurden aber einige Motive des Bloggens abgefragt, die ich mir an anderer Stelle schon einmal angeguckt habe[2]. Hier findet u.a. sich die Aussage, dass gebloggt wird,  &#8220;[u]m mein Wissen in einem Themengebiet anderen zugänglich zu machen&#8221;. Dieser Aussage würde doch fast jeder FWW-BloggerIn zustimmen, oder? Als &#8220;Kontrast&#8221; wähle ich diejenigen, die angaben, nur aus Spaß zu bloggen. Es war in der Befragung möglich, beiden Items (&#8220;Wissen vermitteln&#8221; und &#8220;Spaß&#8221;)  zuzustimmen, doch das scheint eher die Ausnahme gewesen zu sein (Spearman-Korrelation: rho = 0,05). Dieses Vorgehen ist sicherlich nicht unkritisch zu sehen, doch leider gibt es keine besseren Daten.</p>
<p>Die nachfolgende Abbildung vermittelt wiederum einen Eindruck davon, wie die beiden Blogger-Gruppen (linke Abbildung &#8220;Spaß-Blogs&#8221;, rechte Abbildung &#8220;Wissen vermitteln&#8221;-Blogs) geantwortet haben. Der Mittelwert für die Angehörigken der &#8220;Spaß-Blogs&#8221; beträgt 2,96, für die &#8220;Wissen vermitteln&#8221;-Blogs liegt dieser bei 3,15. Nimmt man den gerundeten Wert, dann Antworten beide Gruppen mit &#8220;teils-teils&#8221; auf das Item &#8220;Weblogs werden niemals so glaubwürdig wie die klassischen Massenmedien sein&#8221;, doch die &#8220;Wissen vermitteln&#8221;-Blogger tendieren etwas stärker in Richtig höherer Glaubwürdigkeit. Mit anderen Worten: Betreibe ich selbst ein solches Blog, dann bin ich eher bereit, anderen Blogs mein Vertrauen zu schenken. Welche (psychologischen) Mechanismen dahinter stehen, vermag ich nicht zu sagen. Es kann sein, dass Betreiber eines FWW-Blogs, die sich um eine seriöse Berichterstattung bemühen, ähnliches auch bei anderen Blogs unterstellen. Es kann aber auch auf spezifische Nutzungs-/Rezeptionsroutinen hinweisen, dass heißt, diese Personengruppe liest vorrangig FWW-Blogs.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubennachmotiven.jpeg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-321" title="figglaubennachmotiven" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubennachmotiven-300x224.jpg" alt="" width="300" height="224" /></a></p>
<p>Dieser Beitrag soll mit einem multiplen (logistischen) Regressionsmodell abgeschlossen werden (N = 3307). Zunächst wurde eine dichotome (0/1) Variable konstruiert, die immer dann den Wert 1 annimmt, wenn der Aussage zugestimmt wurde, dass Weblogs glaubwürdiger sind als die klassischen Massenmedien. Neben dem Alter, dem Geschlecht und dem Bildungsabschluss, wurden die neun abgefragten Blog-Motive erfasst (Multikollinearitätsprobleme lassen wir mal außen vor). Ist der Wert in der Spalte &#8220;Estimate&#8221; negativ, dann weist das auf eine geringere Glaubwürdigkeit hin. Es gibt einen positiven Alterseffekt (+0.01), dass heißt, je älter die Befragten, desto glaubwürdiger werden Blogs beurteilt. Hingegen sind Frauen eher skeptisch (-0,17). Interessanter ist nun die Tatsache, dass &#8220;Wissen zugänglich machen&#8221; nach wie vor einen positiven Effekt von +0.27 hat und &#8220;Spaß&#8221; immer noch einen negativen Wert von -0,18 aufweist.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figregtabelle.jpeg"><img class="size-full wp-image-326 aligncenter" title="figregtabelle" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figregtabelle.jpeg" alt="" width="500" height="230" /></a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">Die beiden nachfolgenden Abbildungen veranschaulichen den Effekt des &#8220;Wissen vermitteln&#8221; (bzw. &#8220;zugänglich machen&#8221;) und des &#8220;Spaß-haben&#8221;. Es lässt sich gut erkennen, dass der Effekt der Zustimmung zu dem jeweiligen Motiv nur wenige Prozentpunkte ausmacht.</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubewissen.jpg"><img class="size-medium wp-image-353 alignleft" title="figglaubewissen" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubewissen-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><a href="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubespass.jpg"><img class="size-medium wp-image-354 alignright" title="figglaubespass" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/09/figglaubespass-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p style="text-align: left;">
<p><strong>Zusammenfassung</strong></p>
<p>Nach der ARD/ZDF-Online-Studie 2008 haben Blogs ein &#8220;Glaubwürdigkeitsproblem&#8221;. Glaubwürdigkeit wird in diesem kurzen Beitrag in Kontrast zu den &#8220;klassischen Massenmedien&#8221; gesehen. Es stellt sich die Frage, ob davon alle Blogs gleichermaßen betroffen sind. Insbesondere die Fach-/Wissenschafts-/WissenschaftlerInnen-Blog (FWW-Blogs) &#8220;werben&#8221; implizit/explizit mit ihrere Fachkompetenz und hier wäre ein Glaubwürdigkeitsproblem besonders unangenehm. Eine mögliche Erklärungsgröße für die unterschiedliche Bewertungen von Weblogs können unterschiedliche Nutzungspräferenzen sein, was sich im Rahmen dieser kleinen Untersuchung jedoch nicht untersuchen lässt. Bezogen auf die Gruppe der aktiven Blogger zeigt sich, dass die FWW-BloggerInnen eher bereit sind, Blogs im Allgemeinen als glaubwürdig(er) einzustufen.</p>
<p><strong>Endnoten</strong></p>
<p>[1] Die berichteten Mittelwerte unterscheiden sich leicht, weil <a href="http://www.fonk-bamberg.de/pdf/fonkbericht0601.pdf" target="_blank">Schmidt/Wilbers (2006: 23)</a> entgegen ihrer Aussage, die &#8220;Weiß-Nicht&#8221;-Kategorie auszuschließen, diese doch in die Berechnungen aufgenommen haben.</p>
<p>[2] Irgendetwas in diesem Beitrag (&#8220;<a href="http://www.zahlengesellschaft.de/2008/05/25/uberlegungen-zur-faktoriellen-struktur-von-motiven-des-bloggens-in-der-wib-studie/" target="_blank">Überlegungen zur faktoriellen Struktur von Motiven des Bloggens in der WIB-Studie</a>&#8220;) ist mit den Labels passiert, die stimmen vorne und hinten nicht. Verdammte Schlamperei! Wer glaubt mir denn jetzt noch?</p>
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		<title>Lässt sich das Ausmaß soziologischer Wissensproduktion quantifizieren?</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Aug 2008 18:31:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Bernd Weiss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Daten]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
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		<category><![CDATA[Forschungssynthese]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Beschäftigung mit (quantitativen) Forschungssynthesen (Stichwort Meta-Analyse) bringt es mit sich, dass ein (fast) automatisches Interesse am Ausmaß der fachdisziplinären Wissensproduktion besteht; schließlich soll der Einsatz der Forschungssynthese gerechtfertigt werden. So schreiben Wagner und Weiß (2006) etwa: &#8220;Der wohl wichtigste Grund für die rasche Entwicklung dieses Forschungsfelds ist die in zahlreichen Disziplinen beobachtbare rasante Expansion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Beschäftigung mit (quantitativen) Forschungssynthesen (Stichwort <a href="http://www.zahlengesellschaft.de/2008/06/22/themenschwerpunkt-quantitative-forschungssynthesen-meta-analyse/" target="_blank">Meta-Analyse</a>) bringt es mit sich, dass ein (fast) automatisches Interesse am Ausmaß der fachdisziplinären Wissensproduktion besteht; schließlich soll der Einsatz der Forschungssynthese gerechtfertigt werden. So schreiben Wagner und Weiß (2006) etwa:</p>
<blockquote><p>&#8220;Der wohl wichtigste Grund für die rasche Entwicklung dieses Forschungsfelds ist die in zahlreichen Disziplinen beobachtbare rasante Expansion der empirischen Forschung, was einige auch als „increasingly chaotic output of contemporary research“ (Hunt 1997: 1) bezeichnen. Selbst Experten eines Forschungsgebiets überblicken nicht mehr den Stand der Forschung. Diese Wissensexplosion ist in der Medizin besonders augenfällig: Heitmann (2001: 41) spricht von über 25000 biomedizinischen Zeitschriften, in denen weltweit jährlich über zwei Millionen Artikel erscheinen.&#8221;</p></blockquote>
<p><span id="more-180"></span></p>
<p>Interessant in dieser Hinsicht ist auch der Beitrag &#8220;<a href="http://www.fkf.mpg.de/ivs/literaturflut.html" target="_blank">Literaturflut &#8211; Informationslawine &#8211; Wissensexplosion. Wächst der Wissenschaft das Wissen über den Kopf?</a>&#8221; von Marx und Gramm (2002).</p>
<p>Für die (deutschsprachige) Soziologie liegen, soweit ich das einschätzen kann, keine vollständigen Statistiken vor, mit deren Hilfe sich das Ausmaß soziologischer Wissensproduktion quantifizieren lassen könnte &#8212; wobei ich auch nur vom empirischen Zweig der Soziologie sprechen möchte. Ein simple Messung liefern <a href="http://www.uni-koeln.de/kzfss/konventionen/ksents.htm" target="_blank">Statistiken über die eingereichten Manuskripte und die Annahmequote der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie</a> (KZfSS). Ein Streudiagramm der eingereichten und schließlich auch veröffentlichten Manuskripte über die Jahre 1977 bis 2006 macht in meinen Augen deutlich, dass man auch jeden Fall <em>nicht</em> von einem Wachstum sprechen kann. Dass die Zahl der veröffentlichte Manuskripte relativ konstant ist, verwundert wenig, denn eine Zeitschrift kann über die Jahre nicht immer mehr Beiträge publizieren; auch die Kumulation der Zahlen macht das noch einmal deutlich.</p>
<p>Spannender ist zweifellos die obere Hälfte der Abbildung, wo die Zahl der eingereichten Manuskripte abgetragen wurde. 1987 wurden 134 Manuskripte eingereicht, was dem Maximum der Verteilung entspricht und seitdem ist eine leichte Abnahme zu verzeichnen &#8212;  so suggeriert es zumindest die Kurve. Da dies keine ordentliche bibliometrische Analyse ist, fällt mir zu den Gründen wenig ein. Eine Ursache könnte sein, dass die Notwendigkeit gestiegen ist, Artikel in englischsprachigen Zeitschriften zu publizieren, was mit einer Verringerung der eingereichten Manuskripte für deutschsprachige Zeitschriften (hier der KZfSS) einhergeht. Eine definitive Aussage darüber setzt aber eine Untersuchung sämtlicher deutschsprachiger Soziologiezeitschriften voraus.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-208" title="figkzfss-05" src="http://www.zahlengesellschaft.de/wp-content/uploads/2008/08/figkzfss-05.jpg" alt="" width="500" height="397" /></p>
<p><strong>Literatur</strong></p>
<p>Heitmann, Kai U., 2001: Literaturrecherche im Internet. S. 41–47 in: Karl W. Lauterbach und Matthias Schrappe (Hg.): Gesundheitsökonomie, Qualitätsmanagement und Evidence-based Medicine. Eine systematische Einführung. Stuttgart: Schattauer.</p>
<p>Hunt, M. M., 1997: How Science Takes a Stock. New York: Russel Sage Foundation.</p>
<p>Marx, W., und G. Gramm, 2002: <a href="http://www.fkf.mpg.de/ivs/literaturflut.html" target="_blank">Literaturflut &#8211; Informationslawine &#8211; Wissensexplosion. Wächst der Wissenschaft das Wissen über den Kopf</a>?  (2. Mai 2008).</p>
<p>Wagner, Michael, und Bernd Weiß, 2006: Meta-Analyse als Methode der Sozialforschung. In: Diekmann, Andreas (Hg.): Methoden der Sozialforschung. Sonderheft 44 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie.</p>
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