Ein Kurzbericht vom 1. Kölner Science Slam
Vergangenen Mittwoch fand der 1. Kölner Science Slam im Bogen 2 statt. Ähnlich einem Poetry Slam stellen sich (junge) Wissenschaftler/innen auf eine Bühne und versuchen sich darin, dem Publikum ihre Forschungsergebnisse auf eingängige und unterhaltsame Art zu vermitteln. Anschließend ist es die Aufgabe von zehn (spontan gewählten) Juroren, die Darstellung auf einer Skala von 1 (“ich muss doch noch meine Waschmaschine ausräumen…”) bis 10 (“spitze”) zu bewerten. Jede/r Juror/in wiederum wählt sich bis zu neun Zuhörer/innen aus dem Publikum, die mit ihm/ihr zusammen zu einer einheitlichen Bewertung kommen (sollen).
Das thematische Spektrum umfasste (in der Reihe der Vorträge)
- eine Untersuchung zum Kölner Klüngel (Politikwissenschaft),
- die sportwissenschaftliche Frage, ob Crunches oder Lachen die Bauchmuskeln effektiver trainiert,
- einen von Physikern entwickelten Bluttest (u.a. zum Nachweis von Muskelschwund),
- die Erhebung von Karpfen im Aralsee sowie
- eine geschichtswissenschaftliche Analyse zum Gründungsmythos/zur Identitätsfindung der Niederlande (oder so ähnlich…).
Der Gewinner des Abends war der Physiker André Lampe, dem es mit Verweis auf die Lebensgewohnheiten des “Hodenknackerfisches” gelang, das Prinzip des von ihm entwickelten Bluttests zu illustrieren. Die Welt Online hat sich etwas ausführlicher dazu ausgelassen: Hodenknackerfische mögen Lollis.
Neben den unterhaltsamen Darbietungen der Wissenschaftler/innen hat mir auch die Einbindung des Publikums zugesagt. Da jedem Juror/in wiederum zehn Zuhörer/innen zugeordnet waren, hat sich nach jedem Vortrag eine (zumeist) lebhafte Diskussion über die Qualität des Vortrags und die endgültige Bewertung entwickelt. Insgesamt diskutierten nach jedem Vortrag also ca. 100 Personen (10 + 90).
Auffällig war, dass die 10 Gruppen (zumindest nach den ersten beiden Vorträgen) zu recht ähnlichen Bewertungen kamen — zumindest nach meiner Einschätzung. Ab dem dritten Vortrag (von André Lampe) habe ich dann die einzelnen Bewertungen protokolliert. Von den ersten beiden Vorträgen habe ich leider nur die Gesamtsumme der vergebenen Punkte sowie den Range. Ich habe damit versucht, eine mögliche Punkteverteilung nachzubilden.
Die erste Abbildung beschreibt die Verteilung der vergebenen Punkte nach Teilnehmer/in getrennt. Ganz rechts finden sich die Punkte des Siegers (“andre”). Die Verteilungen für frank, uli und andre sind recht schmal und belegen, dass die Bewertungen über alle zehn Juroren/innen ähnlich ausgefallen sind. Breiter hingegen fallen die Graphen für romina und mathias aus, d.h. hier gab es weniger Übereinstimmungen.
Noch deutlicher zeigt sich dieses Muster in einem sogenannten Box-and-Whisker-Plot. Die weißen Kästchen repräsentieren 50% der vergebenen Punkte und je breiter (höher) das jeweilige Kästchen, desto uneiniger die Juroren/innen.
Daten und R-Code finden sich in dieser Datei…



