17 Fragen an… mich
Nun darf auch ich mich in die illustre Runde derjenigen einreihen, die von Marc Scheloske zu einem Cafegespräch gebeten wurden. Bitte schön, hier meine Antworten auf die “17 Fragen an… Bernd Weiß von der Zahlen|Gesellschaft“. Und falls es jemand liest: mit “raffinierte[n] statistische[n] Experimente[n]” habe ich nichts zu tun, denn die sozialen Phänomen, die mich interessieren, lassen sich nur durch (große) Bevölkerungsbefragungen untersuchen.


Einspruch Euer Ehren!
Die “raffinierten statistischen Experimente” sind ja nicht zwangsläufig auf kleine Fallzahlen gemünzt. Und wenn ich mich hier durch Dein Archiv klicke, dann finde ich allerhand statistische “Spielereien”, denen man eine gehörige Portion Raffinesse nicht absprechen kann.
Der einzige Punkt, an dem ich Zugeständnisse mache: ja, diese Lobhudelei (die eigentlich keine ist) habe ich mir ganz alleine ausgedacht. Bernd – das für alle Leser! – ist lediglich für seine Antworten verantwortlich – alles andere geht auf meine Rechnung.
Marc
20 Oct 08 at 12:15 am
Besser wäre es doch gewesen, hätte ich den Mantel des Schweigens über diese (in meinen Augen) kleine Ungenauigkeit gedeckt, nun muss ich meiner Kleinkarriertheit Tribut zollen: Im ILMES wird der Begriff “Experiment” wie folgt erklärt:
Für mich zentral sind die Aspekte “Aufteilung in Gruppen” und “Stimulus”, welcher zwischen den Gruppen diskriminiert, während alle anderen Variablen konstant gehalten werden. Ich will nicht verhehlen, dass auch Soziologen (zumeist Quasi-)Experimente durchführen[1]. Tatsächlich habe ich jedoch ein solches Forschungsdesign noch nicht eingesetzt.
Darüber hinaus, ja, “statistische Spielereien” gibt es einige, ihnen eine “Portion Raffinesse” zuzuschreiben, steht mir natürlich nicht zu.
[1] Dieser Aufsatz ist ein Beispiel dafür: Best, Henning (im Erscheinen): Structural and Ideological Determinants of Household Waste Recycling. Results from an Empirical Study in Cologne, Germany. Nature + Culture 4(2).
Bernd Weiss
20 Oct 08 at 6:21 am
Aha, sehr interessant. Ich muß natürlich gestehen, daß ich in meiner Unbedarftheit kurzerhand “Experiment” im umgangssprachliuchen Sinne mit “Versuch”, “Spielerei” oder “Probierstück” gleichgesetzt habe.
Ich wollte (aber Du meckerst natürlich von Deinem Standpunkt aus zurecht) lediglich zum Ausdruck bringen, daß Du eben Dein statistisches Know-How gelegentlich in Zusammenhängen anwendest (und dies in Blogposts dokumentierst), die jenseits deiner eigentlichen Forschungsprojekte liegen. Also Experiment=spielerische Fingerübung. Aber in Zukunft werde ich hier mit mehr Bedacht formulieren.
Marc
20 Oct 08 at 1:48 pm
Ach so. Eigentlich war ich dann gar nicht so kleinkarriert, denn eine andere Bedeutung des Wortes “Experiment” ist mir gar nicht mehr geläufig. Obgleich ich selbst natürlich von “Experimentierfeld” schreibe…
Bernd Weiss
20 Oct 08 at 2:27 pm