Sammelsurium interessanter Dinge (III)
- Das Blog Zahlenbilder wandelt auf den “Spuren der Informationsgesellschaft nach der ikonischen Wende.” Sofort für das Blog eingenommen hat mich ein Beitrag über Parallelkoordinaten. Ich kenne keinen einzigen sozialwissenschaftlichen Aufsatz, in dem diese Visualisierungsform genutzt worden wäre. Allein die Verwendung von Minards Grafik zum Russlandfeldzug als Logo ist etwas einfallslos. Ich kenne sie aus Tuftes Buch und seitdem sehe ich sie ständig, wenn es um Visualisierung geht.
- Ulricht Raiser und Hartmut Esser diskutieren/beantworten in der TAZ die Frage “Brauchen wir türkische Schulen“?
- UNdata — A World of Information biete viele Zeitreihen zu vielen verschiedenen Kennziffern aus vielen Ländern (via Blog about Stats).
- Eine interessante und für mich bis dato unbekannte Mischung aus Religionswissenschaft und Demographie gibt es bei Dr. Blume und “Religionswissenschaft aus Freude” zu bewundern. Ich würde nicht immer allen Beiträgen zustimmen (soziobiologischen Themen etwa nähere ich mich immer noch sehr skeptisch), aber bislang habe ich noch kein deutschsprachiges Blog gesehen, in dem beispielsweise das “value of children”-Konzept aufgegriffen worden wäre.
- Thematische Nähe zu meiner Arbeit zeigen auch Criminologia und homo sociologicus (“Besser leben mit Soziologie” ist ein schönes Motto).
- Außerdem lese ich gerade das Buch “Applied Longitudinal Data Analysis: Modeling Change and Event Occurrence” von Singer und Willett und bin, obgleich ich es schon seit einiger Zeit besitze, immer wieder davon begeistert. Es ist extrem verständlich und doch prägnant geschrieben, spannt den kompletten Bogen von Mehrebenenmodellen bis hin zur Ereignisdatenanalyse und die dazugehörige Website bietet einen reichhaltigen Fundus an Daten und Programmcode (nämlich für Mplus, MLwiN, HLM, SAS, Stata, R und SPSS). Von Judith D. Singer gibt es übrigens auch eine sehr gute Einführung in Mehrebenenmodelle, nämlich “Using SAS PROC MIXED to fit multilevel models, hierarchical models, and individual growth models“. Auch wenn ich SAS nicht nutze, ist der Artikel immer meine erste Empfehlung, wenn es um eine Einführung in das Thema Mehrebenenmodelle geht.


Danke für die Blumen! Ich glaube es gibt so manche fortgeschrittene EDA- oder Visualisierungstechniken, die in der Praxis schneller angekommen sind als in wissenschaftlichen Journals. Was den Minard betrifft, hast du natürlich Recht. So unglaublich innovativ ist das nicht, aber: ich finde diese Darstellung nach wie vor unglaublich gelungen. Von derart anschaulichen Visualisierungsformen sind GoogleMaps, GoogleEarth meilenweit entfernt.
Benedikt
22 Feb 08 at 1:05 pm